Umweltfragen
Der folgende Text ist ein Auszug aus dem „Manufacturers' Handbook on Environmental Issues“, herausgegeben von der Tennessee Valley Authority, Manufacturing Development Staff, Water Resources Division, Environmental Quality Staff, Environmental Education Section; Redaktion: Dick Harrison.
Genehmigungen
Wer muss sich über Umweltgenehmigungen Gedanken machen?
Alle Unternehmen, egal, wie groß oder klein, müssen Kenntnisse über die Umweltgenehmigungsanforderungen besitzen. Viele verschiedene Umstände können bedingen, dass ein Unternehmen eine Umweltgenehmigung benötigt. Es sind wahrscheinlich ein oder zwei Umweltgenehmigungen nötig, wenn ihr Unternehmen:
- Feststoffabfall oder Müll erzeugt
- während der normalen Produktion Abfallprodukte in die Luft oder das Wasser abgibt
- gefährliche Materialien verwendet oder gefährliche Abfallstoffe erzeugt
- gefährliche Materialien oder gefährliche Abfallstoffe transportiert
- Umwelt belastende Geräte verwendet (Beispiel: Dieselmotoren)
- einen Erweiterungsbau plant
- über Gebäude oder Gelände mit einem Regenkanal-Abfluss verfügt
- die Herstellung einer neuen Substanz in Erwägung zieht
- Pestizide oder Düngemittel verwendet
- das Aussehen oder Funktionieren eines Land- oder Wassergebiets verändert (Beispiel: Abholzungsunternehmen)
- Erdölprodukte lagert oder verwendet
- sich an der Küste oder an einem Fluss befindet
- Trinkwasser aus einer anderen Quelle als der öffentlichen Trinkwasserversorgung bezieht
- Wasser aus dem Grund oder aus einem Bach bezieht
- 15. Auswirkungen auf den Lebensraum einer gefährdeten Art hat.
Selbst, wenn Ihr Unternehmen für den Ausstoß gewisser Emissionen keine Genehmigung braucht, müssen Sie dennoch den Emissionsnormen genügen und eventuell die Emissionsmengen melden. Auch falls eine Genehmigung nicht erforderlich ist, kann die Nicht-Einhaltung anderer Auflagen zu hohen Geldstrafen führen.
Wie viele verschiedene Genehmigungsarten gibt es?
Es gibt viele verschiedene Genehmigungsarten, besonders, wenn man sowohl die Genehmigungen auf Bundes- wie auf lokaler Ebene bedenkt. Viele Bundesgesetze verlangen Genehmigungen. Einige dieser Verordnungen sind:
Der Clean Water Act (CWA). Das Gesetz schützt alle US-Oberflächengewässer, die zur Wasserversorgung oder als Erholungsgebiete verwendet werden, oder ökologischen/kommerziellen Zwecken dienen. Der CWA verlangt Vor-Ort-Kontrollen und Vorkehrungen, die verhindern, dass ausgelaufenes oder verschüttetes Öl (oder anderen Schadstoffe) in Bäche oder Flüsse gelangen. Jede Bautätigkeit, die einen Wasserweg beinhaltet, muss laut CWA genehmigt werden. Das National Pollutant Discharge Elimination System (NPDES) stellt das Genehmigungsverfahren des CWA dar. Ohne NPDES-Genehmigung darf niemand Schadstoffe egal welcher Art in ein Oberflächengewässer entlassen.
Der Clean Air Act (CAA). Der CSS legt bundesweit gültige Umgebungsluft-Qualitätsstandards für sechs Schadstoffe fest: Feinstaub, Schwefeloxide, Kohlenstoffmonoxid, Stickoxide, Ozon und Blei. Die Bundesregierung bestimmt sowohl Umgebungs- als auch Emissionsstandards. Die Bundesstaaten erlassen Vorschriften, durch die Emissionen beschränkt werden und erteilt Genehmigungen an Unternehmen, die diesen Vorschriften genügen.
Der Resource Conservation and Recovery Act (RCRA). Diese Verordnung reguliert die Lagerung, den Transport und die Entsorgung gefährlicher Abfallstoffe; die Lagerung ungefährlicher Feststoffabfälle; und die Verwendung unterirdischer Lagertanks, die für Chemikalien oder Erdölprodukte verwendet werden. Zusätzlich bestimmt die Verordnung, dass Unternehmen, die in einem beliebigen Monat mehr als 100 kg (220 Pfund) Abfall erzeugen, die EPA oder den Bundesstaat darüber informieren müssen, wie mit dem Abfall umgegangen wird. Sie erfordert zudem, dass der Abfall über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg verfolgt wird.
Der Superfund Amendments and Reauthorization Act (SARA). SARA wurde ins Leben gerufen, um der Öffentlichkeit einen besseren Zugang zu Informationen über gefährliche Substanzen zu bieten. Zusätzlich werden Unternehmen, die gefährliche Substanzen verwenden angewiesen, Pläne zur schnellen Reaktion im Fall eines Unfalls zu erstellen. Nach SARA müssen Unternehmen, deren Emissionslevel einen bestimmten Grenzwert überschreiten, diese Emissionen dem EPA melden.
Der Toxic Substances Control Act (TSCA). Laut TSCA muss die EPA über alle neuen chemischen Stoffe vor deren Markteinführung informiert werden. TSCA überträgt der EPA zudem die Berechtigung, die Produktion von als gefährlich eingestuften Substanzen zu regulieren.
Der Endangered Species Act (ESA). ESA schützt, erhält und fördert die Existenz bedrohter und gefährdeter Arten und deren Lebensräume.
Der Federal Insecticide, Fungicide and Rodenticide Act (FIFRA). Diese Vorschrift reguliert die Herstellung, Verbreitung und Verwendung von Pestiziden.
Der Hazardous Materials Transportation Act (HMTA). Diese Vorschrift verlangt die Beschriftung gefährlicher Materialien, die Verwendung von Versandlisten bei der Versendung gefährlicher Materialien, und die Verwendung spezieller Transportbehälter für solche Materialien.
Der Safe Drinking Water Act (SDWA). Die Verordnung verlangt, dass alle „öffentlichen“ Wassersysteme - inklusive privater Unternehmenseinrichtungen - die 25 Personen oder mehr versorgen den Bundesrichtlinien bezüglich der Trinkwasserversorgung genügen. Zudem werden die Qualifizierungsanforderungen für den Systembetreiber bestimmt.
Wo beantrage ich eine Genehmigung?
Am einfachsten beantragen Sie Genehmigungen über die Umweltorganisation oder das Naturschutzamt Ihres Bundesstaates. Falls Sie zusätzliche Genehmigungen benötigen können diese Ämter Sie an die zuständigen Organisationen verweisen. Manche Staaten bieten ein zentralisiertes Genehmigungsverfahren an. Dabei können alle nötigen Genehmigungen an einem Ort beantragt werden. Die EPA bietet über ihre Regionalniederlassungen auch Hilfestellungen an. Diese Niederlassungen finden sich im lokalen Telefonverzeichnis.
Die Wirtschaftsverbände der Industrie bieten zahlreiche Informationen darüber an, wo Genehmigungen beantragt werden müssen. Wirtschaftsverbände sind oft hervorragende Informationsquellen bezüglich Umweltfragen, die bestimmte Industriezweige beeinflussen. Die Erfahrungen eines Unternehmens bei der Beantragung einer Genehmigung können hier mit ähnlichen Unternehmen geteilt werden. In manchen Fällen haben ganze Industriezweige Genehmigungsarten über ihren Wirtschaftsverband beantragt.
Wie lange dauert das Genehmigungsverfahren normalerweise?
Auf diese Frage gibt es keine einheitliche Antwort. Manche Genehmigungen können sehr schnell erteilt werden. Andere brauchen Monate oder Jahre. Großprojekte können Umweltverträglichkeitsstudien erforderlich machen. Diese müssen langfristig vorbereitet und genehmigt werden. Daher sollten Sie sich an eine einfache Regel halten: Planen Sie soweit im Voraus wie möglich.
Richtlinien bezüglich Giftstoffen
Wie bestimme ich, ob ich schädliche Abfallstoffe oder Emissionen erzeuge?
Die Environmental Protection Agency veröffentlicht laut dem RCRA Listen schädlicher Abfallstoffe. Diese Listen sind umfangreich, aber klar kategorisiert. Mithilfe dieser Listen und der EPA-Richtlinien können Sie bestimmen, ob Sie schädliche Abfallstoffe oder Emissionen erzeugen. Auch manche Stoffe, die sich nicht auf diesen Listen finden sind schädlich. Gefährliche Luftschadstoffe finden sich unter Abschnitt 3 des Clean Air Act Amendments von 1990 (die Listen sind von der EPA oder dem Naturschatzamt Ihres Bundesstaates erhältlich).
Welche Entsorgungsverfahren sind für gefährliche oder giftige Abfallstoffe erforderlich?
Gefährliche Abfallstoffe müssen von ungefährlichen Abfallstoffen getrennt werden. Sie müssen auf zugelassene Art gesammelt und gelagert werden. Sie müssen gemäß der Aufstellung „Hazardous Materials“ (Gefährliche Materialien) des Department of Transportation (Verkehrsministeriums) identifiziert und klassifiziert werden, und dann gemäß den Vorschriften verpackt, beschriftet und gekennzeichnet werden. Sie müssen sicher gehen, dass Ihre Transport-, Behandlungs- Lagerungs- und Entsorgungseinrichtungen über Kennummern der EPA verfügen. Das gefährliche Material muss dann von einem Transportunternehmen zu einer zugelassenen Entsorgungsanlage für Sondermüll gebracht werden. Die Vorschriften verlangen, dass Sie genau über die erzeugten Abfallstoffe Buch führen, sowie darüber, wie diese transportiert und schließlich entsorgt wurden. Diese Überwachung des gesamten „Lebenszyklus“ will dazu beitragen, die zufällige oder absichtliche Freisetzung gefährlicher Materialien zu verhindern, indem Ordnungsämter die Abfallerzeugung und -verwaltung überwachen.
Nichteinhaltung der Standards
Wie viele Gebiete entsprechen nicht den Standards? Wieso wirkt sich das auf mein Unternehmen aus?
1970 verlangten Zusätze zum Clean Air Act auf Bundesebene festgesetzte, bundesweit gültige Qualitätsstandards für Umweltluft (National Ambient Air Quality Standards, NAAQS). Zudem wurden Fristen bestimmt, innerhalb derer die Bundesländer Pläne zur Umsetzung dieser Standards entwickeln mussten. NAAQS-Standards wurden für Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid, Ozon, Stickoxide, Schwefeloxide und Blei festgelegt. Diese Standards basieren auf Konzentrationen in der Luft, die Gesundheitsschädlich sein oder Materialschäden hervorrufen können. Manche der Standards (besonders in Sachen Ozon) sind nur schwierig umzusetzen. Die Clean Air Act Amendments von 1990 nehmen sich dieser Probleme an.
Heute können in Gebieten, die diese Standards nicht einhalten, schwerwiegende Beschränkungen bezüglich neuer und existierender Quellen der Schadstoffe, deren Konzentration die Standards übersteigt bestehen. Zu diesen Beschränkungen kann ein Verbot von neuen Quellen oder eines verstärkten Ausstoßes aus existierenden Quellen des den Standard nicht einhaltenden Schadstoffes gehören, außer, es werden Emissionsverringerungen bei existierenden Quellen erreicht, die neue Emissionen ausbalancieren.
Angestellte und Gesundheit
Muss ich meinen Angestellten eine besondere Ausbildung zukommen lassen?
Nach den Richtlinien für Notfallpläne und der Information der Gemeinde muss ein Unternehmen einen Notfallplan aufstellen, der im Fall von Ausläufen, Bränden oder anderen Notfallsituationen, bei denen gefährliche Materialien betroffen sind zum Zug kommt. Das macht eine Ausbildung der Angestellten notwendig. Dieses ist je nach den auf Ihrer Anlage erkannten Gefahren unterschiedlich. Alle Angestellte müssen die einfachen Notfallprozeduren kennen. Viele Organisationen haben als Teil ihrer Notfallplanung besondere Angestelltenteams zusammengestellt (ähnlich einer Feuerwehr-Einsatztruppe), die im Fall eines Umweltnotfalls in Aktion treten. Zudem müssen Sie einen Notfallkoordinator bestimmen, der 24 Stunden am Tag auf Notfälle reagieren kann. Im Fall eines kleinen Unternehmens kann der Notfallkoordinator mit dem Besitzer identisch sein. Falls Ihr Unternehmen über ein zugelassenes Abfallverarbeitungssystem verfügt ist die Ausbildung der Betreiber von großer Bedeutung bei der Vermeidung einer Verletzung der Genehmigungsbedingungen.
Allgemeines
Wie viele verschiedene Umweltbestimmungen wirken sich auf Unternehmen aus?
Es existieren zahlreiche Gesetze und Vorschriften auf der Bundes-, Bundesstaats- und Gemeindeebene, die sich auf Unternehmen auswirken können. Zu den Bundesgesetzen, die das Verhalten von Unternehmen regulieren zählen die folgenden:
- Der Clean Water Act, kontrolliert die Entlassung von Substanzen in alle US-Oberflächengewässer.
- Der Clean Air Act , bestimmt Bundesweit gültige Qualitätsstandards für die Luft und kontrolliert die Freisetzung von Substanzen in die Luft.
- Der Resource Conservation and Recovery Act , kontrolliert feste und gefährliche Abfallstoffe sowie unterirdische Lagertanks. Zudem bestimmt er Standards für deren Betrieb.
- Der Safe Drinking Water Act , beinhaltet Bundesweit gültige Richtlinien bezüglich des Trinkwassers.
- Der Comprehensive Environmental Response, Compensation and Liability Act (Superfund), behandelt die Reinigung von Orten, an denen gefährliche Substanzen in die Umwelt entlassen wurden. Superfund reguliert zudem die Meldung von Ausläufen oder Emissionen kontrollierter Substanzen in die Umwelt.
- Der Occupational Safety and Health Act, durch den die Occupational Safety and Health Administration (OSHA) ins Leben gerufen wurde, legt Standards fest, die dem Schutz von mit gefährlichen Materialien oder Abfallstoffen hantierenden Arbeitern dienen.
- Der Superfund Amendments and Reauthorization Act (SARA Absatz 111, oder Emergency Planning and Community Right-to-Know Act), der Notfallpläne für den Umgang mit Umweltkrisensituationen und die Information der Gemeinden über möglicherweise gefährliche Materialien erforderlich macht.
- Der Toxic Substances Control Act, der die Produktion und Verwendung aller neuen giftigen Materialien reguliert. PCB und Asbest werden über diese Vorschrift reguliert.
- Der Endangered Species Act, der Mittel zum Schutz, zum Erhalt und zur Förderung gefährdeter und bedrohter Tier- und Pflanzenarten bereitstellt.
- Der Hazardous Materials Transportation Act, der ein System zur Kennzeichnung und Verfolgung für die Verfrachtung gefährlicher Materialien etabliert.
Wird mein Unternehmen inspiziert werden?
Die Ämter des Bundes und der Bundesstaaten haben das Recht, Ihr Unternehmen zu inspizieren um festzustellen, ob Sie die Umweltvorschriften einhalten. Routineinspektionen finden nur zu den normalen Geschäftszeiten statt. Allerdings kann Ihr Unternehmen einer Untersuchung unterzogen werden, die eine Inspektion zu einer beliebigen Zeit erlaubt. Innerhalb der Anlage muss jemand angewiesen sein, Inspektoren jederzeit zu empfangen.
Kontakte für weitere Informationen
Die Environmental Protection Agency
RCRA/Superfund Hotline
(800) 424-9346 (in DC, 382-3000)
EPA Small Business Ombudsman Hotline
(800) 368-5888 (in DC, 557-1938)
National Response Center
(800) 424-8802 (in DC, 426-2675)
Regional Office (Covering TVA region)
Environmental Protection Agency
Hazardous Waste Management Division
345 Courtland Street, NE
Atlanta, GA 30356
(404) 347-3016
Für Wasser:
EPA
Region IV
345 Courtland Street, NE
Atlanta, GA 30308
Ämter des Bundesstaates
Tennessee Department of Environment & Conservation
Division of Solid and Hazardous Waste Management
5th Floor, L & C Annex
401 Church Street
Nashville, TN 37243
(615) 532-0780
Tennessee Department of Environment & Conservation
Division of Water Pollution Control
6th Floor, L & C Annex
401 Church Street
Nashville, TN 37243
(615) 532-0625
Tennessee Department of Environment & Conservation
Division of Air Pollution Control
9th Floor, L & C Annex
401 Church Street
Nashville, TN 37243
(615) 532-0554
